Trends für nach der Pandemie (also jetzt)

Zum Beginn des Jahres gab es die Trends 2021 Beiträge wie Sand am Meer. Auch ich hatte eine Vorhersage gewagt. Für einmal lag ich, wie viele andere, gar nicht so schlecht. Wenn ich mich umsehe, kriege ich das Gefühl, die Pandemie ist vorbei (ob dem so ist wird sich zeigen). Ich erlaube mir aus diesem Anlass, einige Trends für diese Übergangsphase oder das «new-normal» aufzulisten.

Video Marketing

Zugegeben, das war nicht allzu schwierig. Ich gehe davon aus, dass viele Schweizer KMU bereits begonnen haben Videos in ihre Kampagnen einzubauen. Bis 2022 wird über 82% des Internet Traffics durch online Videos generiert werden! Weiter haben 72% der Unternehmen, die bereits auf Videos setzen, von einer verbesserten Conversion-Rate berichtet.

Video deckt heute eine breite Reichweite von Möglichkeiten ab, inklusive Livestreaming, One-to-One Konferenzen, lange oder kurze Formate – und die Liste geht weiter.

Während den verschiedenen Lockdowns hat die Konsumation von «Over-the-top-media» (OTT steht für die Übermittlung von Video- und Audioinhalten über einen Internetzugang) exponentiell zugenommen. Standardangebote wie z.B. YouTube aber auch bezahlte Dienste wie Netflix, Amazon, Disney+, Apple TV haben zugelegt.

Das dieser Anstieg des Konsums im Lockdown kam ist keine Überraschung, verwunderlich sind aber die Gründe dafür. Über die Hälfte der 13 – 39jähringen haben angegeben TV-Serien und Filme über Streaming-Dienste zu schauen, um ihre psychische Gesundheit im Lockdown zu bewahren.

Visuelle Suche oder Bildersuche

Auch das ist kein wirklicher Trend mehr, aber es ist zum Mainstream geworden. Heute wollen 62% der Generation Z und millennial Kunden visuelle Suchen. Wir alle werden «fauler» wenn es um unsere alltäglichen Aktivitäten geht. So suchen wir heute Informationen anhand von Bildern und tippen die Anfragen nicht mehr im Suchfeld ein. Google, Pinterest und Microsoft sind führend in dieser Technologie und ermöglichen Suchresultate anhand von ähnlichen Produkten, die als Bild «uploaded» werden, zu finden.

Es ist heute keine Seltenheit mehr, dass Fotos von Kleidern, Möbeln oder Küchenartikel gemacht werden und dann anhand von verfügbaren Systemen nach vergleichbaren Produkten für den Kauf gesucht wird. Ich bin der Überzeugung, dass mehr und mehr User mit diesen Technologien vertraut werden und das auch nach den Lockdowns und der Pandemie mit Bildern nach Resultaten gesucht wird. Wir müssen uns also überlegen, wie wir diese Info für die Marketing-Strategie der kommenden Monate nutzen wollen/können.

Spracherkennung und Sprachsuche

Das ist ein Trend der sich so eingeschlichen hat und nun überall zu finden ist. Immer mehr Menschen «unterhalten» sich mit Siri, Google Assistent, Alexa oder Cortana, wir sprechen mit unseren Autos. Es gibt Vorhersagen, die davon ausgehen, dass 50% aller Suchen über Stimmaktivierung generiert werden. So soll auch «Voice-Commerce ein unglaubliches Wachstum auf bis zu 45 Milliarden Dollar (USA und UK) hinlegen. Eine weitere Studie zeigt, das einer von vier Britten einen «Smart-Speaker» besitzen wird, was diesen Trend unterstreicht.

Wenn es nun darum geht eine Voice-Search Marketing-Strategie zu entwickeln, sollten die gängigsten Fragestellungen vor dem geistigen Auge aufgerufen werden. Voice-Searches sind oft « near-me » anfragen. Also, was ist in meiner Nähe? In diesem Fall sollte sichergestellt sein, dass es sich um ein lokales Business handelt und das lokale Keywords verwendet wurden.

Aus der technischen Perspektive betrachtet gilt es zu sagen, dass über 50% dieser Suchanfragen von einem Mobilegerät abgehen. Die Mobilewebseite gewinnt also nochmals an Bedeutung.

Künstliche Intelligenz (KI)

KI ist nicht länger ein Buzzword, es ist Realität. Gerade im Bereich von Marketing ist der Einsatz von KI zwischen 2018 und 2020 um 190% gestiegen. KI ist dank den kognitiven Diensten von Microsoft Azure für jede Webseite und jeden Entwickler erreichbar.

Die Schnittstelle (API) zu Facebook etwa ist vorhanden und für alle erreichbar. Aus einer reinen Marketing-Sichtweise ist KI in diesen Plattformen integriert und wird genutzt, um Daten zu sammeln, Einblicke zu gewinnen und Kundentrends zu antizipieren.

Bisher haben wir dies Art der Automatisierung für selbstverständlich gehalten. Gebotsstrategien und responsive Anzeigen verwenden alle Formen der KI und von maschinellem Lernen (machine learning) um die Ergebnisse in Echtzeit zu verbessern.

Dialogmarketing

War schon mal da, wird nun leicht verändert interpretiert. «Conversational marketing» ist eine Möglichkeit, Käufer und Kunden mithilfe von Echtzeit-Gesprächen durch den Marketing- oder Verkaufstrichter zu bewegen. Es geht um schnelle Interaktionen in Echtzeit, viele Unternehmen nutzen dafür Chatbots.

Es ist keine News, aber über 50% der Kundenanfragen könnten schon heute über KI-Chatbots abgefangen werden. Wie gesagt, das ist nicht neu, aber die Technologie hinter diesen Bots hat sich drastisch verbessert. KMU konnten so, gerade während der Pandemie, eine Beziehung mit Kunden und Interessenten entwickeln oder aufrechterhalten.

Wie auch immer, diese Bots können weit mehr als Supportanfragen übernehmen. Lidl hat einen Bot, Margot, welcher Auskunft zu Weinen gibt. Das heisst der Bot informiert über die verschiedenen Weinsorten und er gibt Vorschläge zu was der ausgesuchte Wein am besten passt.

«Erweiterte» Realität

Dieser Begriff ist für einige vielleicht neu. Ich nutze ihn als Sammelbegriff für einige Technologien welche bestimmt bekannt sind:

Virtuelle Realität 

Virtual Reality – hier werden User in 100% künstliche Umgebungen «verpflanzt»

Augmented Reality

Hier werden Objekte über die echte Welt gelegt und angezeigt

Mixed Reality   

Das ist wie eine Kombination aus den Beiden. Hier werden künstliche Objekte nicht nur über die echte Welt gelegt, man kann damit auch interagieren.

Dieser Trend mit den erweiterten Realitäten wächst fast schon in Lichtgeschwindigkeit. Global beträgt das vorhergesehene Potenzial ca. 3.7 Milliarden bis 2025. Das sieht jetzt nicht nach der riesen Zahl aus, vor allem wenn wir vom weltweiten Potenzial sprechen aber: Bisher war die Technologie noch wirklich teuer. Das wird sich in den kommenden Monat ändern. Auch wird die Technologie jetzt erst so richtig verfügbar werden. Achtung, wir sprechen hier weiter nicht ausschliesslich von grossen und schweren Headsets. Es geht um den Einsatz von YouTube’s 360 Grad Videos oder dem Einsatz von Augmented Reality Filtern von Snapchat, Instagram oder TikTok.

Als Marketer gilt es diesen Trend und das Bedürfnis danach jetzt schnell aufzunehmen und zu adressieren.

Neuromarketing

Beim Neuromarketing geht es um eine Strategie zur Analyse und Messung der Gehirnaktivitäten und die Reaktion des Nervensystems um festzustellen, welche Art von Inhalten sie ansprechend finden.

Im Wesentlichen wird geprüft, wann ein Nutzer eine emotionale Reaktion auf etwas hat. Dank der technischen Fortschritte der letzten Jahre wird es immer mehr Realität, dass diese Art von Tests für alle zugänglich sind.

Als Beispiel will ich hier das Augen-Tracking anfügen. Hier wird eine Technologie verwendet, um Augenbewegungen zu verfolgen, um besser zu verstehen, wo sich jemand auf einen bestimmten Punkt einer Webseite fixiert, oder um die Anzahl das Blinzelns zu zählen, die ein Indikator für die Aufmerksamkeit sein können.

Schlussgedanken

Wenn 2021 die Konkurrenz überholt werden will, sollten diese Trends evaluiert und gegebenenfalls auch eingeführt werden. Aber – obwohl diese Trends in den letzten Monaten zu den wichtigsten geworden sind, wir dürfen die Umstände, die dazu geführt haben, nicht aussen vorlassen. Es gilt nun herauszufinden welche dieser Trends nur Modeerscheinungen waren und welche sich zu echten Trends entwickeln.

Trends für nach der Pandemie (also jetzt)
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